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Unsere Literaturvorstellungen

Japanische Bücher vorgestellt von Johannes Kunze

„Washi Handwerk, Kunst und Gebrauch des japanischen Papiers"

von Irmtraud Schaarschmidt-Richter
Taschenbuch-Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Peperkorn, 1. Auflage, 2006
Sprache: Deutsch
ISBN-10 3929181711
Preis: 19,49 €


Steckbrief:
Irmtraud Schaarschmidt-Richter (1927 - 2009)
Die deutsche Germanistin. Fundierte Kennerin japanischer Kunst. Kunstkritische und essayistische Tätigkeit (Garten, Schreibkunst, Moderne Kunst, Architektur, Kunsthandwerk). Publikationen: "Ikebana" (1962), "Sinn und Zeichen" (1963), "Der japanische Garten - ein Kunstwerk" (1979), "Japanische Impressionen" (1988), "Toyo Ito, Bauten und Projekte" (1995), u. a.


Inhalt:
Ein umfassendes Werk über das japanische Papier, eine grundlegende Darstellung des Washi, seiner Geschichte, Herstellungstechnik sowie künstlerischen und kunsthandwerklichen Verwendung. Entstanden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Bücherei Leipzig und dem Papiermuseum Tokyo können in diesem Buch das Papier und daraus gefertigte Gegenstände in einer so bisher nie möglichen Fülle präsentiert werden. Infolge der Original Papierproben und des Washi-Umschlags ist jedes Exemplar
ein Unikat.
Ich möchte hier aus der Einführung zitieren: „Es gibt wohl kaum ein Naturmaterial, das vielseitiger als das japanische Papier kami oder besser wa-shi, wörtlich „Japan-Papier“: wa= Japan, shi = Papier. .. Dieser Name sollte es vom westlichen Papier unterscheiden und seinen eigenständigen Charakter betonen.
Aber es hätte dieser namentlichen Unterscheidung gar nicht bedurft, der Unterschied Muss eigentlich sofort ins Auge gefallen sein. Denn man erkennt zugleich, dass es gegenüber dem westlichen Papier einen ganz anderen Charakter besitzt: es ist weich und zart, doch gleichzeitig stark und fest. Es kann sogar Widerstand leisten, wenn man es in einer bestimmten Faserrichtung zu zerreißen versucht. Aber zieht man mit einem feuchten Pinsel in der anderen Richtung eine Linie, lösen sich die Fasern von selbst. In seiner Naturfarbe, helles Beige bis wWeiß, weist es den Blick nicht ab, sondern lässt ihn ein, umhüllt ihn, wie auch das Licht.
Diese Eigenschaften verleihen ihm fast etwas Immaterielles oder auch Lebendiges.
Tanizaki Junichiro (1886 - 1965), der große Romancier, schrieb im Zusammenhang mit der Einrichtung seines neuen Hauses einen Essay, den er „Lob des Schattens“ nannte. Es ist keine allgemeine - oder gar die - japanische Ästhetik, als die der Text gern interpretiert wird, sondern eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit der Tradition seiner Kultur als eine für ihn neuen Situation, die ihm die eigenen Wurzeln aufzeigte: „Westliches Papier ist kaum mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Aber die Textur des chinesischen und des japanischen Papiers gibt uns ein gewisses Gefühl der Wärme, der Stille der Ruhe. Sogar das gleiche weiß ist für das westliche Papier ein anderes als für das Unsere. Festliches Papier wirft das Licht zurück, während das unsere es aufzunehmen scheint, um es freundlich einzuhüllen, Wie die weiche Oberfläche des ersten Schnees. Es macht kein Geräusch, wenn es gekühlt oder gefaltet wird. Es ist, wenn man es berührt, ruhig und geschmeidig wie das Blatt eines Baumes…“

„Kafka am Strand"

von Haruki Murakami
Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
Verlag: btb, 2006
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442733235
Preis: 14,00 €

Steckbrief:
Haruki Murakami ist einer der populärsten japanischen Schriftsteller von internationalem Ruf. Geboren wurde er 1949 in Kyōto. Murakami wuchs in Kōbe auf, wo seine Eltern japanische Literatur unterrichteten. Er selbst interessierte sich jedoch eher für westliche Einflüsse,
besonders für Musik und (vorzugsweise amerikanische) Literatur. Nach seinem Studium der Theaterwissenschaft arbeitete Haruki Murakami zunächst in einem Plattenladen, später eröffnete er eine Jazzbar in Tokio. Danach lebte er einige Jahre lang in den USA und Europa, unter anderem in Frankreich und Italien.
Seit den späten 1970er Jahren schreibt Murakami, zu seinem Schaffen gehören Romane, Erzählungen und Sachbücher. Für sein Werk wurde der Autor mehrfach ausgezeichnet, sowohl mit japanischen als auch mit internationalen Literaturpreisen. Unter anderem erhielt er den Hans-Christian-Andersen Literaturpreis. Der Schriftsteller ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Ōiso, südlich von Tokio.

Inhalt:
Haruki Murakami verführt den Leser in 'Kafka am Strand' in eine fantastische Geschichte, die zum Nachdenken anregt.
„Kafka am Strand" ist der ungewöhnlichste Entwicklungs- und Liebesroman, den wir bisher von Japans Kultautor gelesen haben: zeitlos und ortlos, voller Märchen und Mythen, zwischen Traum und Wirklichkeit – und dabei voller Weisheit.
Der jugendliche Erzähler dieser Geschichte heißt Kafka Tamura. An seinem 15. Geburtstag reißt Kafka von zu Hause aus. Er reißt vor einer schicksalhaften Prophezeiung aus, die an die Geschichte von Ödipus erinnert. Er kommt in eine ferne, fremde Stadt und lebt dort in einer kleinen Bibliothek. Dort trifft er auf die rätselhafte Leiterin der Bibliothek, Saeki, und auf ein Bild an der Wand, das „Kafka am Strand“ heißt.
In „Kafka am Strand“ gibt es aber noch einen weiteren Erzählstrang, der zunächst parallel erzählt wird und erst später zu einem gemeinsamen Erzählstrang zusammenfließt. So taucht ein alter Mann, namens Nakata auf, der mit Katzen sprechen kann und Kafkas Vater den „Katzenfänger“ nennt und allein durch „Gedankenraft“ Makrelen und Blutegel regen lassen kann.
Die eigenartigen Handlungen, Gedanken und Erlebnisse der Charaktere regen in jedem Kapitel zum Nachdenken an. Obwohl alles zunächst unscheinbar und willkürlich erdacht erscheint, ist alles gewollt kalkuliert und hängt im inneren Sinn zusammen. die Akteure wandeln zwischen Traum und Wirklichkeit.
Die Handlung schein in der Wirklichkeit zu spielen, dennoch passiert die unglaublichen Dinge, die im wahren Leben nie passieren könnten.
Das Buch ist ein Märchen und ein grandioses Stück fantastische Gegenwartsliteratur.

„Wabi-sabi für Künstler,
Architekten und Designer"

von Leonard Koren
Paperback-Ausgabe: 91 Seiten
Verlag: Wasmuth, 6. Ausgabe, 2007
Sprache: Deutsch
ISBN 3 8030 3064 1
Preis: 15,00 €

Steckbrief:
Der Autor ist Architekt und Künstler. Er verfasste zahlreiche Bücher zum Thema: Design, Ästhetik und japanische Kultur. Er lebt und arbeitet in San Franzisco und Tokyo.

Inhalt:
Ich möchte hier aus dem Klappentext zitieren: Wabi-sabi ist eine Komponente der japanischen Ästhetik. Diese Wortverbindung, deren Konzeption vor Hunderten von Jahren durch Zen-Priester und Teemeister seine entscheidende Ausprägung erhielt, verwendet man in Japan, um eine ganze spezifische Art von Schönheit zu beschreiben, die sich durch Schlichtheit, Einfachheit und Selbstgenügsamkeit auszeichnet und zugunsten innerer Werte auf äußeren Prunk verzichtet.
Wabi-sabi stellt einen natürlichen Gegenpol zur digitalisierten, unbegrenzt reproduzierbaren Hochglanz-Ästhetik der heutigen - von Kommerz und Computertechnologie bestimmten - Zeit dar. Wabi-sabi bildet ein umfassendes ästhetisches System, das über seine kulturellen Wurzeln h hinaus auch eine bestimmte moralische Konzeption menschlichen Verhaltens, geistiger und metaphysischer Vorstellungen einschließt und Gegenstände als zeitlos und zugleich vergänglich definiert.

„Taiko‘"

von Eiji Yoshikawa
Gebundene Ausgabe: 863 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus (Oktober 1998)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3813503038
Preis: ab ca. 5,00 € (im Antiquariat)

Inhalt:

Wir befinden uns in der Mitte Ende des 16. Jahrhunderts. Das Shogunat Ashikaga zerfiel und ganz Japan verwandelte sich in ein großes Schlachtfeld.
Das japanische Kaiserreich, seit fast hundert Jahren von Bürgerkriegen und Unruhen heimgesucht versinken vollständig im Chaos. Rivalisierende Familienclans treiben das Land an den Rand des Abgrunds, Räuberbanden verbreiten Angst und Schrecken; der Kaiser ist nur noch eine Marionette.
Aus den Reihen der ehrgeizigen Provinzfürsten, die ihre Hände nach der Macht ausstreckten, ragen drei große Gestalten heraus. Obwohl alle drei von dem leidenschaftlichen Wunsch beseelt waren, das japanische Kaiserreich zu einen und zu beherrschen, waren sie in ihrem Charakter grundverschieden:
Nobunaga war aufbrausend, herrisch und rücksichtslos, Hideyoshi bescheiden, feinfühlig und zielstrebig und Ieyasu ruhig, geduldig und berechnend.
Die Japaner habe das unterschiedliche Temperament der drei Männer in einem kurzen Gedicht zusammengefasst, das auch heute noch jedes Schulkind kenn:
Was tun, wenn der Vogel nicht singen will?
Nobunaga antwortet: „Töte ihn!“
Hideyoshi antwortet: „Erwecke in ihm den Wunsch zu singen.“
Ieyasu antwortet: „Warte ab.“
Der Roman fesselt nicht nur durch seine authentische, farbenprächtige Schilderung des Lebens im alten Japan, der Landschaft und der Menschen, sondern ebensosehr durch die Poesie der Bilder und der Sprache.

„Verdächtige Geliebte‘"

von Keigo Higashino
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch
ISBN-10: 3492303552
Preis: 11,- €

Steckbrief:

Keigo Higashino, wurde 1958 in Osaka, Japan, geboren.
Nach seinem Ingenieurs-Studium begann der Kapitän einer Bogenschützenmannschaft Kriminalromane zu schreiben. Viele seiner Kriminalromane wurden für Kino und Fernsehen adaptiert und mit Preisen ausgezeichnet.
Sein größter Erfolg war »Verdächtige Geliebte«, das sich in seiner Heimat mehr als zwei Millionen Mal verkauft hat. Er lebt zurückgezogen in Tokio.

Pressestimmen:
»Ein unglaublich raffinierter, intelligenter und spannender Krimi.«, Literaturkalender FAZ Published On: 2014-09-25
»Einer der klügsten, gewitztesten, raffiniertesten Kriminalromane des Jahres.«, Solms-Braunfelser Published On: 2014-08-17


Buchrückseite:
Gibt es das perfekte Alibi?
Wer die Mörderin ist, steht von Anfang an fest: Yasuko hat ihren gewalttätigen Exmann getötet.
Doch dann bietet ihr verliebter Nachbar Ishigami an, ihr ein Alibi zu verschaffen.
Womit das Mathe-Genie allerdings nicht rechnet, ist der ebenso brillante Gegenspieler, den die Polizei auf ihn angesetzt hat. Ishigami, der Mathelehrer, gegen Dr. Yukawa, den Physiker – der fesselnde Wettkampf zweier Superhirne beginnt.

„Hiroshige. Hundert berühmte Ansichten"

von Edo
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Taschen, 2010
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3836521458
Preis: 30,00 €

Inhalt:

"Diese Luxusausgabe mit japanischer Bindung weist weit über das Couchtischklischee hinaus, denn es vereint Schönheit und Information." – ART news Magazine, New York
Ukiyoe bedeutet wörtlich „Bilder der fließenden Welt“ und bezeichnet die berühmte Kunstgattung des japanischen Holzschnitts, die im 17. Jahrhundert entstand und die bildliche Darstellung Japans in der westlichen Welt bis heute prägt. Weil sie in Massen gefertigt werden konnten, wurden Ukiyoe-Drucke häufig als Vorlagen für Fächer, Neujahrsgrußkarten und Buchillustrationen verwendet.
Traditionell zeigten sie schöne Frauen, Kabuki-Theaterdarsteller, Vergnügungsszenen, das Stadtleben und Landschaften.
Die Einflüsse des Ukiyoe in Europa und den USA – oft als Japonismus bezeichnet – sind allgegenwärtig, von der impressionistischen Malerei bis zu den heutigen Manga und Anime. Der vorliegenden Publikation liegt eine der schönsten Ausgaben des Werkes aus dem Ota Memorial Museum of Art in Tokio zugrunde.
Hiroshige (1797–1858) war einer der letzten großen Künstler der Ukiyoe-Tradition. Obwohl er eine Vielfalt an Motiven wählte, lag seine größte Begabung in der Darstellung von Landschaften aus seiner Heimatstadt Edo, dem heutigen Tokio. Sein Meisterwerk war die Serie, die unter dem Namen "Hundert berühmte Ansichten von Edo"(1856–1858) bekannt wurde.
Der prächtige vollständige Nachdruck ergänzt jede der 120 großformatigen Abbildungen durch eine Beschreibung, die es dem Leser ermöglicht, ganz in Hiroshiges wunderbar lebendige Landschaften einzutauchen.

"Musashi"

von Eiji Yoshikawa
Gebundene Ausgabe: 1184 Seiten
Verlag: Droemer Knaur; Auflage: 1. (1984)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426191091
Preis: 16,72 €

Steckbrief:
Das Buch „MUSASHI“ und wurde von dem japanischen Schriftsteller Eiji Yoshikawa geschrieben. Yoshikawa, der von 1892 bis 1962 lebte, ist einer der bekanntesten japanischen
Romanciers des 20. Jahrhunderts. Sein Roman, der übrigens schon 1935 erstmals erschien, wurde inzwischen 15 mal neu aufgelegt. es wurden 120 Millionen Exemplare verkauft.

Inhalt:

Der Roman zeichnet die Lebenswege von zwei jungen Menschen nach, die den glorreichen Weg zum Samurai beschreiten wollten. Die berühmte Schlacht von Sekigahara überleben sie nur knapp. Ihre Zukunft ist mehr als ungewiss. Hier trennen sich die Wege der beiden Freunde. Während Matahachi auf den Pfad der weltlichen Freuden
wechselt und der Mittelmäßigkeit nicht mehr entrinnt, beschreiten Musashi, der tatsächlich als Miyamoto Musashi vom 1584 bis 1645 lebte, den entsagungsvollen „Weg
des Schwertes“.
Das ungleiche Paar erlebt, durchlebt und überlebt viele Abenteuer, Frauen, Freunde und Ratgeber, vor allem aber gefährliche Gegner und erbitterte Feinde.
Musashi wurde zum größten Samurai seiner Zeit. Er wurde aber nicht nur ein perfekter Kämpfer, sonder auch eine perfekte Persönlichkeit.
Der Roman fesselt nicht nur durch seine authentische, farbenprächtige Schilderung des Lebens im alten Japan, der Landschaft und der Menschen, sondern ebensosehr durch die Poesie der Bilder und der Sprache.

"Zärtliche Klänge"

von Yoko Ogawa
Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
Verlag: Aufbauverlag, 2018
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-7466-3437-1
Preis: 10,00 €

Steckbrief:
geb. 30. März 1962 in Okayama, Präfektur
Okayama, Japan

Auszeichnungen:
• 1988 Kaien Preis für ihr Debüt Der zerbrochene Schmetterling. Erzählungen
1990 Akutagawa-Preis für Ninshin Calendar
• 2004 Yomiuri-Preis und Großer Preis der Buchhändler für Das Geheimnis der
Eulerschen Formel
• 2004 Izumi-Kyōka-Literaturpreis für Burafuman no maisō
• 2006 Tanizaki-Preis für Mīna no köshin
• 2008 Shirley Jackson Award für "The Diving Pool“

Inhalt:
Ruriko, eine junge Frau aus Tokyo flüchtet vor ihrem untreuen Ehemann und zeiht sich in das Landhaus ihrer Mutter in die Berge zurück. Hier inmitten der Natur will Ruriko zur Ruhe kommen. Sie ist Kalligrafin und schreibt an den Memoiren einer älteren Dame. Hier in den Bergen trifft sie auf Nitta, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Landhaus in einer alten Halle Cembalos baut. Dabei wird er von einer jungen Frau, Kaoru, eine Aussteigerin
unterstützt. Es entsteht eine zarte Dreiecksbeziehung, die am Ende zeigt, dass Glück sehr flüchtig sein kann, dass man Glück nicht zwingen kann.
Dieser Roman ist wunderbar leicht, mit dünnem Pinselstrich skizziert. Er entschleunigt und macht nebenbei auch noch Lust auf eine Waldwanderung.